Das Unternehmen Huerkamp

Aus historischen Unterlagen und persönlichen Erzählungen geht hervor, dass die Firma Huerkamp bereits seit 1776 mit Bestattungen und der Abholung von Verstorbenen betraut worden ist.

Für den Trauerzug (Kondukt) stehen verschiedene Fahrzeuge zur Verfügung.

  
Mercedes-Oldtimer (1967)                          Mercedes E-Klasse (2011)

 
Altes Pferdefuhrwerk von 1894

 

Wie hat sich das Familienunternehmen zum führenden Bestattungshaus im Kreis Warendorf entwickelt?

1776 war es ein Herr Wilhelm Huerkamp, der neben der Landwirtschaft ein Holzsägewerk, ein Holzfuhrwerk, eine Molkerei und ein “Totenfuhrwerk” hatte. Sein Sohn Wilhelm Huerkamp übernahm nach dem Tod des Vaters den Betrieb. Er hatte aber wenig Interesse an Sägewerk und Molkerei. So gingen dann diese Zweige des Betriebes in andere Hände über. Josef Huerkamp war der Erstgeborene und führte den Betrieb weiter. Er war ein guter Holzfuhrmann und führte neben der Landwirtschaft auch weiterhin die Bestattung der Verstorbenen mit Pferd und Kutsche durch. Die Umstellung vom Pferd auf das “moderne motorisierte Leben” lehnte er ab. So waren andere (meistens Schreiner, die die Särge bauten) schneller und kauften sich Bestattungsanhänger. Somit wurden die Aufträge für den Leichentransport und die Bestattung weniger.

Anton Huerkamp, wiederum der Erstgeborene, war es dann, der das Bestattungswesen abermals als besondere Aufgabe ansah. Unterstützt wurde er von seiner Frau Hedwig Huerkamp, geb. Thüsing. Das Ehepaar kaufte sich im Jahr 1955 den ersten Bestattungsanhänger. So versuchte man, auch über das kleine Dorf Hoetmar hinaus Aufträge zu bekommen. Das war allerdings sehr schwer, weil mittlerweile viele Schreiner Bestattungsaufgaben übernommen hatten.


Unser erster Bestattungsanhänger im Jahre 1955 mit Mercedes „Zugwagen“

 

Im Jahr 1986 stieg der jüngste Sohn Martin Huerkamp in die Firma ein. Seine drei älteren Geschwister studierten und hatten andere Pläne. Im Sommer 1990 eröffnete Martin Huerkamp mit seinem Vater die erste Filiale in Ahlen. Nach dem sehr plötzlichen Tod des Vaters am 11. Oktober 1990 wurde er als Nachfolger mit nur 25 Jahren ins so genannte “kalte Wasser” geworfen. Durch sehr viel Arbeit, zahlreiche Fortbildungen und mit hohem Risiko erwarb er sich in vielen Orten im Kreis Warendorf einen guten Namen. Hedwig Huerkamp erlag am 24. Juli 1999 einem schweren Krebsleiden. Das Bestattungshaus Huerkamp ist mit seinen Abschiedshäusern, Filialen und Kontaktadressen, die Martin Huerkamp mit seiner Frau Petra, geb. Große Kogge, aufgebaut haben, und den gegenwärtig 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine der ersten Adressen im Kreis Warendorf, wenn es um Bestattungen geht.

Martin Huerkamp legt im Jahre 2002 in London mit Erfolg die Prüfung zum Thanatologen (Einbalsamierer) ab. Auch seine Mitarbeiter sind gut geschult. So ist Herr Thomas Hermes-Huerkamp (nicht verwandt und nicht verschwägert) ausgebildeter Trauerredner und Frau Dipl.-Soz. Päd. Ulla Huerkamp (die Schwester von Martin Huerkamp) ausgebildete Trauerbegleiterin. Im Jahr 2005 wird das Unternehmen ISO-zertifiziert. Seit 2006 ist die Firma Huerkamp ein durch die IHK Münster anerkannter Ausbildungsbetrieb. Im Jahr 2007 absolviert Herr Ralf Menke erfolgreich das Seminar „Kosmetik am Verstorbenen“. Im Jahr 2008 folgen die Fortbildungen „Hygienische Versorgung II am Verstorbenen“ für die Mitarbeiter Ralf Menke, Christian Kappelhoff und Ulrich Kraskes und „Totenmasken am Verstorbenen“ für Ulla Huerkamp und Claudia Austermann. Anfang 2009 legt Martin Huerkamp die Prüfung zum „geprüften Bestatter“ ab. Ende desselben Jahres folgt vor der Handwerkskammer in Düsseldorf seine erfolgreiche Prüfung zum „Bestattermeister“. Im Jahr 2011 schließen Frau Julia Stüker ihre (verkürzte) Ausbildung zur „Bestattungsfachkraft“ und Herr Ralf Menke seine 1 ½ -jährige Fortbildung zum „Thanatopraktiker“ erfolgreich ab. So viel Fachkompetenz unter einem Dach ist bei einem Bestattungsunternehmen eher ungewöhnlich, aber erfahrungsgemäß unerlässlich für eine optimale und ganzheitliche Begleitung der Hinterbliebenen.

In Zukunft wird die Firma Huerkamp in ihren Konferenzräumen in Hoetmar und in Neubeckum vermehrt Vorträge und Schulungen anbieten. So kann das Bestattungshaus Huerkamp interessierten Menschen die vielfältigen Aspekte, die das Bestattungswesen aufweist, näher bringen und anderen Berufsgruppen, die mit Sterbenden oder Verstorbenen und deren Angehörigen zu tun haben, nützliche Hinweise und Hilfestellungen geben.

Am 22. Oktober 2011 war die Eröffnung der Trauerhalle mit den Abschiedsräumen und dem Meditationsgarten in Drensteinfurt (siehe Video). Das Bestattungshaus Huerkamp hat die Räumlichkeiten von der Stadt Drensteinfurt für zehn Jahre gepachtet und zeitgemäß umgebaut. Ab sofort können alle interessierten Gruppen die Räumlichkeiten besichtigen und auch andere Veranstaltungen als Beerdigungen (z.B. Lesungen, Konzerte, Bibelstunden, Gruppentreffen usw.) durchführen. Durch den Umbau ist das Drensteinfurter Bestattungshaus Huerkamp entstanden und ist nun zu einer der modernsten Einrichtungen dieser Art im Kreis Warendorf geworden. Besonders für das Nachbarschaftsbeten oder auch, um sich dort in den Tagen vor der Beisetzung zu besinnen, sich zu treffen, um Abschied zu nehmen bei Musik oder in aller Stille, im Meditationsgarten mit einem Getränk zu verweilen, ist das Drensteinfurter Bestattungshaus Huerkamp besonders geeignet. Mittlerweile haben es schon viele Familien in Drensteinfurt und Walstedde genutzt. Alle waren von diesem Konzept begeistert und hatten so eine sehr würdevolle Abschiednahme. Es lohnt sich, dieses Abschiedshaus mit seinen Möglichkeiten zu besichtigen und gerade im Vorfeld bzw. als Vorsorge vieles zu Lebzeiten zu klären.

Das Bestattungshaus Huerkamp ist somit das erste Bestattungshaus im Kreis Warendorf, das städtische Räumlichkeiten pachtet und weiter bewirtschaftet. So werden diese Räumlichkeiten wieder mehr genutzt, und auch für die Nutzer ist eine gerechte und bezahlbare Kostenstruktur entstanden.

 

Mit Spannung bleibt abzuwarten, wie sich das Familienunternehmen in der achten Generation entwickeln wird. Möglicherweise treten die Söhne Anton (*2002) und Hannes (*2005) einmal in die Fußstapfen ihrer Vorfahren und führen die Firma weiter.

Petra und Martin Huerkamp mit ihren Söhnen Hannes und Anton  (2011)

 

2012-04-07